Brief 1

Liebes Paar,

schön, dass Sie sich entschlossen haben, an der Aktion für Paare in der Fastenzeit teilzunehmen. Wir heißen Sie herzlich willkommen!

Das Redaktionsteam der Briefe hat in diesem Jahr Begriffe zum Stichwort „lassen“ ausgewählt. Das Wort „lassen“ zählt nach Duden zu den 100 häufigsten Worten und wird bezeichnet als: starkes Verb!

Die von uns ausgesuchten Begriffe orientieren sich an der Entwicklung einer Paarbeziehung und geben Ihnen als Leserinnen und Leser Gelegenheit, unter einem jeweils neuen Blickwinkel auf Ihre Beziehung zu schauen. Manchmal nachdenklich oder humorvoll, manchmal ermutigend oder auch herausfordernd.

Wir freuen uns in jedem Fall, wenn Sie sich auf die Inhalte der Briefe einlassen und wenn Sie Gefallen finden an den vorgeschlagenen Aktionen

Was verbindet Paarbeziehungen mit dem Thema Lassen? Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, so sein zu dürfen, wie er ist und so geliebt zu werden. Jemanden lieben bedeutet auch jemanden „lassen“ - im besten Wortsinn. Die Partnerin/den Partner sein zu lassen, wie sie/er ist und sich weiterentwickelt, ist eine gute Basis für einen gelingenden gemeinsamen Lebenslauf.

Die Liebe ist ein unverdienbares Geschenk. Der Mensch ist von Gott bejaht und erfährt dies durch die Liebe anderer. So gewinnt er Selbstwert und kann sich bejahen, lieben. Weil er selbst etwas gilt, kann er den anderen gelten lassen.

Maria Feldes

Ein kurzer Einblick ...

... was Sie in den kommenden Wochen erwartet

  • Besonders am Beginn einer Beziehung – und auch in den Zeiten danach – gilt es, sich auf die Partnerin/den Partner einzulassen, sich immer wieder neu kennen und lieben zu lernen.
  • Paare leben mit der Herausforderung, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, was sie loslassen, möglicherweise auch weglassen möchten.
  • Im Laufe von Beziehungen blitzt sicher auch ein Lass mich immer mal wieder auf, was durch Ungleichzeitigkeiten von Nähe und Distanz herrühren kann.
  • Durch Differenzen ergeben sich unter Umständen Gelegenheiten des Nachlassens, im Sinne von Vergeben und Verzeihen.
  • Gelassenheit, die sich im Laufe einer Partnerschaft entwickelt, macht manche Veränderungen leichter erträglich.
  • Sich verlassen können, gibt einer Beziehung ein tragfähiges Fundament. Wie können wir es pflegen?
  • Eine gute Portion Humor tut jeder Beziehung gut, um ausgelassen und guten Mutes gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

HINWEIS:
Sollte nicht jeder der Briefe oder einzelne Gedanken darin Ihren Erwartungen entsprechen, nehmen Sie sich einfach was Sie brauchen und lassen Sie anderes unbedacht. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und Ausprobieren.

Das Redaktionsteam: Mechthild Alber, Maria Feldes, Georg Kalkum, Claudia Leide, Regina Oediger-Spinrath, Christian Öxler, Cornelia Schäfer, Eva Scharr, Yvonne Schmitt

Der Mensch ist mehr als sein Augenblick

Der Mensch ist mehr als sein Augenblick. 

Er ist auch sein Gestern, als seine Liebe noch groß war.

Er ist auch die Hoffnung auf sein Morgen, wo sie wieder wachsen wird…

Man kommt weit miteinander, wenn man weiß, dass man nicht ans Ziel kommen muss.

Man hat viel voneinander, wenn man weiß, dass man nicht alles voneinander haben muss

Fullbert Steffensky

Abbildung

Aktion

Ich lasse zu

Du lässt dich ein

Ich lasse durch

Du lässt kommen

Ich lasse los

Du lässt nichts aus

Ich lasse sein

Du lässt an

Ich lasse frei

Du bleibst gelassen

Wir lassen uns alles

Liebe.

Finden Sie sich in einer der Zuschreibungen wieder – finden Sie Ihre Beziehung wieder? Wenn sie möchten, können sie das Gedicht für Ihre Partnerschaft fortführen, ergänzen oder ganz neu schreiben.

Vielleicht haben sie Lust auf Gedichte bekommen und möchten Ihrer Partnerin/Ihrem Partner mit einem schönen Gedicht, ein Liebesgedicht überraschen? „Gedichte, die glücklich machen“, so der Titel einer kleinen Sammlung (Inselverlag), die hierfür als Grundlage dienen könnte.

Gott hat Zeit

Gott hat Zeit. Er hat sich Zeit gelassen, er hat sich in die Zeit eingelassen. In Jesus Christus ist er unser Zeitgenosse geworden. Mit ihm ist die Zeit erfüllt. Sie hat ihre Mitte gefunden. Daran können wir uns halten, auch in unserer Zeit, die seine Zeit ist. Wer darauf vertraut, kann sich und anderen Zeit lassen.

Er ist vom Druck befreit, selber den Himmel auf Erden schaffen zu müssen. Er weiß, dass Gott in seinem Lebensvorrat noch mehr zu bieten hat, als die kurze Spanne Lebenszeit. Darum muss er nicht in Hektik geraten, ja nichts zu verpassen. Darum muss er nicht die Flucht nach vorn antreten. Er kann sich gelassen der Gegenwart zuwenden. Heute gelassen über die Runden kommen: manches stehen- und liegenlassen, Sorgen loslassen und mit offenen Händen ganz da sein.

Franz Kamphaus, Bischof em.

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